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Unser 14.Foto-Pleinair im Babelsberger Park

Aufgrund von Corona und schwierigen Termin-Verabredungen fand unser diesjähriges Foto-Pleinair erst am Freitag, 2.Oktober 2020 mit 6 Fotofreunden rund um das Babelsberger Schloss statt. Der anfängliche Dunst an der Havel und im Park verschwand langsam und die Sonne setzte sich durch. So konnten wir noch einige schöne Motive aufnehmen und uns mit Architektur und Geschichte von Schloss und Park Babelsberg befassen. Wir konzentrierten uns auf äußere Ansichten und Besonderheiten rund um dieses einmalig schöne neogotische Schloss, das ab 1833 für den preußischen Prinzen Wilhelm und seine Gemahlin Augusta von Sachsen-Weimar angelegt wurde. Über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren verbrachte das spätere Königs- und Kaiserpaar hier seine Sommertage.

Der erste Bauabschnitt wurde im Auftrag von Wilhelm, damals noch Prinz, in den Jahren 1834 bis 1835 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel (1781 bis 1841) errichtet. Nach dem Tod Schinkels übernahmen 1841 Ludwig Persius und 1845 Johann Heinrich Strack den Weiterbau des Schlosses, den zurückgesetzten Westflügel, der 1849 eingeweiht wurde. Neben den klaren Formen des damals generell vorherrschenden Klassizismus entsprach auch der gotische Baustil englischer Herkunft dem Zeitgeschmack, vermischt mit einer verklärten Sicht auf das Mittelalter.  1859-1860 wurde ein Küchengebäude errichtet, das durch einen unterirdischen Gang mit dem Schloss verbunden ist. Das zum See abfallende, hügelige Gelände als Parklandschaft gestaltete zuerst der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné. Die finanziellen Mittel waren knapp, so dass Lenné mit seiner Arbeit nur langsam vorankam. Ein heißer Sommer ließ seine Anpflanzungen zum großen Teil vertrocknen, da ein Bewässerungssystem fehlte. Hinzu kamen Konflikte zwischen ihm und Prinzessin Augusta, da beide verschiedene Vorstellungen vom zukünftigen Garten hatten. Die Folge war die Entlassung Lennés. Im Jahr 1843 erhielt der ehemalige großherzoglich-weimarische Adjutant Fürst Hermann von Pückler-Muskau den Auftrag zur weiteren Gestaltung. Das von Lenné entworfene Wegesystem mit Ausblicken in die Potsdamer Landschaft wurde von Pückler-Muskau beibehalten, jedoch durch ein Netz schmalerer Wege ergänzt. Im von seinem Vorgänger begonnenen Pleasureground unterhalb des Schlosses entstanden geschwungene Spazierwege, und die Beete erhielten Einrahmungen aus farbigen Keramiken. Lenné pflanzte einzelne größere Bäume, Pückler-Muskau hingegen jüngere eng aneinander, die sich im Wachstum gegenseitig in die Höhe trieben und mit dem herabfallenden Laub den Boden verbesserten. Nach dem Ende der Monarchie 1918 und der Ratifizierung des Gesetzes über die Vermögensauseinandersetzung zwischen dem Preußischen Staat und den Mitgliedern des vormals regierenden Preußischen Königshauses am 26.Oktober 1926 musste das Haus Hohenzollern einen Großteil seiner Schlösser an den preußischen Staat abttreten. Park und Schloss Babelsberg kamen 1928 in die Obhut der preußischen Schlösserverwaltung. Nach dem Ende der Zeit des Nationalsozialismus und der sich anschließenden Besetzung Deutschlands durch die Alliierten kam der Park Babelsberg in die Hoheit der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) und deren deutsche Stadtverwaltung. Bereits ab 1945 wurden größere Flächen des Parks am Ufer der Havel als Strandbad genutzt. In den 1950er Jahren entstand auf der Fläche das Bezirkszentrum für maritime Ausbildung „Karl Liebknecht“ im Auftrag der Gesellschaft für Sport und Technik (GST).  Außerdem wurde am östlichen Ende des Parks in mehreren Bauabschnitten ein Studentenwohnheim-Komplex errichtet. Durch den Bau zweier Gebäude direkt hinter dem Schloss, in denen Hörsäle der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften der DDR untergebracht waren, wurden diese Bereiche für Parkbesucher unzugänglich. Den tiefsten Einschnitt erfuhr der nördlichste Teil des Parks durch den Bau der Berliner Mauer im Jahr 1961. Das Ufer an der Glienicker Lake bzw. am Teltowkanal wurde mit umfangreichen Grenzsicherungsanlagen vom Park abgetrennt, und der Uferweg konnte somit nicht mehr öffentlich betreten werden. Seit dem Mauerfall ist der Park wieder komplett zugänglich. Das Gelände ging in die Verwaltung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) über, die den Park nach den ursprünglichen Plänen von Pückler und Lenné schrittweise rekonstruiert. Dabei wurde die Mehrzahl der während der DDR-Zeit im Park errichteten Gebäude wieder abgetragen. Schloss und Park Babelsberg stehen heute als Weltkulturerbe innerhalb des Gesamtensembles Potsdam unter dem Schutz der UNESCO.

Dampfmaschinenhaus

Am nördlichen Ende des Parks hielt durch den Bau des Dampfmaschinenhauses die technische Errungenschaft des 19.Jahrhunderts Einzug im Park Babelsberg. Nach Plänen von Ludwig Persius entstand es in den Jahren 1843 -1845 zusammen mit der Anlage eines Bewässerungssystems. Die Widrigkeiten der Wasserversorgung, mit denen der Gartenarchitekt Lenné zu kämpfen hatte, waren durch den Bau des Dampfmaschinenhauses beseitigt. Fürst Pückler-Muskaus Gartengestaltung profitierte von der neuen Technik. Im Mai 1845 wurde die erste Fontänenanlage eingeweiht. Zu einem besonderen Schauspiel wurde die 40m hohe Fontäne, die wie ein Geysir aus der Havel emporschoss. Zu Zeiten der Teilung Deutschlands stand das Dampfmaschinenhaus direkt im Grenzgebiet, war nicht zugänglich und verfiel zusehends. 

Standbild des Erzengels Michael

Auf der Rückseite des Schlosses Babelsberg wurde oberhalb der sogenannten Voltaire-Terrasse die Replik eines Denkmals aufgestellt, das an die im Badischen Aufstand 1848 gefallenen preußischen Soldaten erinnert. König Friedrich Wilhelm IV. schenkte diese Architektur seinem Bruder Wilhelm I. nach der erfolgreichen Niederschlagung der Aufstände am Oberrhein, wo die preußischen Truppen unter Prinz Wilhelms militärischem Befehl standen. Das Volk schenkte ihm den Beinamen „Kartätschenprinz“, weil er in Berlin und anderswo mit rücksichtsloser Härte gegen die Aufständischen vorging.

 

Praktische „Produkte“

Digital erstellte Fotobücher, Collagen, z.B. Glückwunsch-, Gruß-, Einladungs-, Visitenkarten und viele mehr sind ein gern gesehenes Geschenk. CD/DVD-Einleger (Cover) sind ein „Hingucker“ und machen neugierig auf die selbst erstellte Fotoshow bzw. auf eine nach persönlichem Geschmack gestaltete Musik-CD.